Tai Chi

Daoistische Kunst der natürlichen Bewegung

Tai Chi Chuan (Taijiquan) ist ein jahrhundertealtes chinesisches Übungssystem für Körper, Geist und Seele. Es ist in die Tradition chinesischer Lebenspflege eingebettet und hat seinen Ursprung in der Kampfkunst. Mit seinen weichen und fließenden Bewegungen verkörpert es das für die daoistische Philosophie zentrale Prinzip des Wu Wei demzufolge alles im Fluß bleiben muß. Historisch gesehen richtet sich der Daoismus damit gegen die Regelwut der konfuzianistischen Bürokratie, die den natürlichen Lauf der Dinge - so die daoistische Sicht - gewaltsam aufhalten und künstlichen Regeln unterwerfen will. 

Tai Chi ist, so gesehen, die Kunst der natürlichen Bewegung - der Bewegung also, die dem menschlichen Körper in seinen natürlichen Gegebenheiten entspricht und die daher dazu geeignet ist, das Leben zu verlängern.

Der gesundheitliche Aspekt des Tai Chi erschließt sich hier unmittelbar. Aber wieso handelt es sich dabei um eine Kampfkunst? Das Wu Wei, die Fähigkeit, die Dinge geschehen zu lassen, bedeutet nicht willenloses Hinnehmen. Ganz im Gegenteil, vielmehr geht es darum, sich nicht aus der Bahn werfen zu lassen, um so angemessen reagieren zu können. Kampfkunst und Gesundheit liegen die gleichen Prinzipien zugrunde.

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