Tai Chi - Kampfkunst
Die selben Prinzipien, die das Tai Chi gesundheitsförderlich werden lassen, liegen auch dem Kampfkunstaspekt zugrunde. Als Kampfkunst beruht Tai Chi auf der völligen Gelassenheit und der damit einhergehenden Fähigkeit, alle Aggressionen an sich abgleiten zu lassen, um dann die Energie des Gegners gegen diesen selbst zu wenden.
Auf einen Angriff reagiert man nicht durch eine verhärtende Schreckreaktion, sondern durch gelassenes Aufnehmen des Angriffs. In letzter Instanz geht es dabei darum, die Angst vor dem Tod zu überwinden - das Anliegen also, das die wahre Kampfkunst vom bloßen Kampfsport unterscheidet. Auch wenn das vermutlich den wenigsten gelingt - jahrzehntelanges Training alleine reicht hier nicht aus - arbeitet man doch auf dieses Ideal hin.
Die grundlegende Partnerübung ist das Tui Shou, das in Deutschland unter der englischen Bezeichnung Push Hands bekannter ist. Dabei lernt man zunächst in festgelegten Partnerübungen in den Körper des Gegners hineinzuhorchen, einen Angriff abzulenken und dann zum Gegenangriff überzugehen. Es handelt sich dabei nicht um harte Kampfübungen, sondern um eine weiche Partnerübung, bei der man ein Gespür für den Gegenüber entwickelt und lernt, sich durch Angriffe nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Das Tui Shou hilft, den Körper zu zentrieren und stellt eine wichtige Ergänzung zum Training der Tai Chi Formen dar.
Darüber hinaus gibt es im Tai Chi Methoden, um sich gegen Faustschläge, Hebel, Würgegriffe, Angriffe von Ringern und Judokas zu verteidigen. Diese Methoden liegen den Bilder der Tai Chi Chuan Formen zugrunde. Sie zu kennen - was noch nicht unbedingt heißt, sie zu beherrschen - vertieft das Verständnis der Tai Chi Formen. Eine effiziente Methode zur Selbstverteidigung kann Tai Chi allerdings nur nach vielen Jahren eines auf diesen Aspekt ausgerichteten Trainings werden.
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